Man kennt die mitteleuropäischen Definitionen - Kleinstadt unter 20.000 Einwohner, Mittelstadt von 20.000 bis 100.000, Großstadt ab 100.000 Einwohner und Metropolen fangen so rund um die Million an.
In Russland sind die Größenordnungen etwas anderes. Jeder würde dort ein 40.000 Einwohner-Nest als Kleinstadt bezeichnen, auch Lokalpatrioten. Und Städte um die 100.000 Einwohner strahlen von ihrer Infrastruktur meist wenig großstädtisches Flair aus. Man sollte hierbei nicht vergessen, dass die russische Kaufkraft pro Kopf trotz gestiegenem Wohlstand noch immer wesentlich geringer ist, als in Mitteleuropa, vor allem in der Provinz.
Weiterhin gibt es eine ganz andere Anzahl von wirklich sehr großen Städten in Russland, gegen die eine 100.000-Einwohner-Stadt sehr mickrig wirkt. Im Land gibt es 13 Millionenstädte und weitere 22 Großstädte mit über 500.000 Einwohnern (Vergleichszahlen Deutschland: 3 / 11). Auch in der Provinz lebt ein weitaus geringerer Bevölkerungsanteil ländlich, als man sich vorstellt. Ein Grund hierfür ist neben den vielen großen Metropolen eine weitaus dünnere Besiedlung des flachen Landes in der Provinz mit kleineren und viel weiter auseinander liegenden Siedlungen.
Millionenstädte in Russland außerhalb von Moskau und Sankt Petersburg verfügen schon über einen gewissen Metropolenflair, jedoch darf man nicht so viel Internationalität verlangen wir in Metropolen Westeuropas. Das Ausland ist auch meist mehrere tausend Kilometer entfernt. Die Infrastruktur ist ebenfalls nicht immer Millionenstadt-typisch entwickelt, dafür aber steht der Verkehr dem westdeutscher Millionenstädte in nichts nach.