| Der Winterpalast der Zaren |
 Foto: Jerome Sautret; Lizenz: GNU-FDL
(Sankt Petersburg) Drei Eigenschaften jede für sich würden aus der Eremitage, dem Winterpalast der russischen Zaren mitten in Sankt Petersburg, bereits für sich eine weltweit anerkannte Berühmtheit machen. Sie ist ein Ort, an dem weltgeschichtliche Ereignisse stattfanden, sie beherbergt eines der bedeutensten Kunstmuseen der Welt und sie ist ein monumentales Baudenkmal des Spätbarock in der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Schon 1711 wurde eine zunächst kleinere Residenz vom Sankt Petersburger Stadtgründer Peter dem Großen am Ort der Eremitage in Auftrag gegeben. 1754-1762 wurde dann anstelle dieses nach dem damaligen Geschmack der Zaren zu klein gewordenen Gebäude das heute noch weitgehend unverändert erhaltene Schloss errichtet. Zahlreiche Momente der Weltgeschichte hat es seitdem erlebt. Hier fand die Palastverschwörung statt, mit der die deutschstämmige Katharina die Große an die Macht des Zarenreiches gelangte, hier begann 1917 mit dem Sturm auf dieses Schloss die Russische Oktoberrevolution unter Lenin. Noch heute zeigt eine Uhr auf dem Kaminsims eines Esszimmers die Zeit, in der dort die Bolschewisten das zuvor regierende Kerenskij-Regime in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 1917 verhafteten.
Schon von außen ist die Eremitage, eingebettet in eine wahre Gebäudekomposition am Ufer des Flusses Newa ein prachtvoller Anblick. Der gigantische Bau der russischen Admiralität, ein gigantischer Triumphbogen, die bekannteste Zugbrücke über die Newa und der ´Eherne Reiter´ das Denkmal für Peter den Großen, befinden sich in unmittelbarer Nähe. Vom Schloßplatz bietet das Palais einen Anblick, der sich wohl noch am ehesten mit dem Louvre in Paris vergleichen ließe. Zahlreiche Andenken- und Imbisstände umlagern hier das Schloss und einen benachbarten kleinen Park, doch der nicht-russisch sprechende Tourist sollte sich vorsehen, denn auch hier im Herz des Sankt-Petersburger Tourismus sprechen die meisten Andenkenverkäufer nur wenige Brocken Englisch.
Zum Einlass ins Museum muss man eine Weile anstehen und als erkannter Ausländer nach Sankt-Petersburger Sitte auch einen kräftigen Eintrittsaufschlag bezahlen, doch es lohnt sich. Unermessliche Kunstschätze befinden sich im Inneren des Palais. Werke von Michelangelo, Rubens, Leonardo da Vinco, Picasso, van Gogh, Cezanne oder Tizian sind in den prächtigen Schloßräumen und -säälen ausgestellt. Auch Thron- und Konzertsaal des Zaren und mehrere Ballsääle sind noch in ihrer verschwenderischen Originalausstattung vorhanden.
Alles in allem ist der Palast schon alleine für sich ein Grund, Sankt Petersburg zu bereisen. Wie Peterhof, die Peter-Pauls-Festung, die Auferstehungskirche oder die Sankt-Isaaks-Kathedrale ist er einer der Mosaiksteine, die die unverwechselbare Faszination der Metropole an der Newa ausmachen, vielleicht sogar der größte und schillernste.
Weblinks: - Online-Reiseführer Sankt Petersburg hier klicken
- Offizielle Homepage des Eremitage-Museums hier klicken (russisch/englisch)
- Buchtipp: Schätze aus der Eremitage, 250 der schönsten Werke aus dem weltberühmten Museum - hier klicken
(Kurzinfos und Links zu weiteren Orten der Russischen Ostseeregion finden sich HIER, Fotogallerie aus der Eremitage HIER)
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