Sudscha liegt im russischen Gebiet Kursk, direkt an der ukrainischen Grenze (8 km entfernt). Das Städtchen hat gerade mal 8.000 Einwohner. Sie ist eine der ältesten Städte Südrusslands und wurde bereits Mitte des 17. Jahrhunderts gegründet – für eine russische Stadt eine lange Geschichte. Der Grund war auch damals eine Auseinandersetzung: Der russisch-polnische Krieg erforderte einen Festungsbau. So wurde Sudscha als Holzfort errichtet, inmitten von Sümpfen und mit Kosaken als Besatzung.
Nach dem kurzen Intermezzo als Kriegsschauplatz verlor die Stadt rasch wieder ihre Bedeutung, als in den folgenden Jahren die Ukraine in das russische Zarenreich eingegliedert wurde. Sie bleibt ein kleiner Handesstützpunkt, den Katharina II. zum Mittelpunkt einer Grafschaft macht. Danach bleibt es wieder lange still um den Ort, bis sie im 20. Jahrhundert Schauplatz beider Weltkriege wurde, ohne dass hier entscheidende Schlachten geschlagen wurden. Nach der Unabhängigkeit der Ukraine Anfang der 90er wurde Sudscha wie zur Gründungszeit erneut eine Weltstadt.
Um Sudscha ranken sich aufgrund seiner sumpfigen Lage alte Legenden von Räubern, Geistern und wundertätigen Ikonen. Die Realität schaut wesentlich nüchterner aus. Zugmaschinen, Konserven und Spirituosen werden hier hergestellt. Und Gas durchgeleitet und verwaltetet, was den Ort für wenige Wochen in den Mittelpunkt des weltgeschichtlichen Interesses rückte. Denn Sudscha ist in der Gasverteilung ein wichtiger Knotenpunkt beim übergang von Russland zur Ukraine.
Weblinks:
(Sudscha wird auch gerne in der englischen Umsetzung in deutschen Quellen Sudzha genannt, was aber zu Ausspracheproblemen führt; Kurzinfos und Links zu weiteren Orten Westrusslands finden sich HIER, Sonderseite Moskau HIER)