(Ufa/Tscheljabinsk)
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Sie ist ein Teilstück einer der wichtigsten Querverbindungen Russlands – von Moskau über Samara bis nach Nowosibirsk – und doch eine der gefährlichsten und desolatesten Fernstraßen der Russischen Föderation. Die Einheimischen nennen sie "Doroga Smerti" - die Straße des Todes. Die Rede ist von der Uralüberquerung der Autobahn M5 vom europäischen Ufa ins asiatische Tscheljabinsk. |
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Weitgehend unbefestigte Abhänge des Ural-Gebirges ragen tief hinab, Serpentinen der hier meist nur zweispurigen "Autobahn" schlängeln sich über Schluchten und zwischen den Kämmen des Urals hindurch. Der Verkehr ist fast immer dicht, Lastwagen und PKWs mit teilweise halsbrecherischen Geschwindigkeiten. Und halsbrecherisch ist hier nicht nur ein Bildwort – selbst für Russland rekordverdächtige Schlaglöcher – ja –mulden machen auch die vorsichtigste Fahrt zur Zitterpartie, vor allem in der Nacht.
Die Straße trägt ihren Namen nicht umsonst. Beinahe täglich Unfälle – und aufgrund der gebirgigen Verhältnisse auch viele mit Todesfolge. Erst einen Tag, bevor die Autoren dieses Berichts die Straße passierten, stürzte ein Bus mit 25 Insassen einen Abhang hinunter in den Tod. Schlagartig hinter Ufa und rechtzeitig vor den ersten zu überquerenden Gebirgsketten des europäisch-asiatischen Grenzberglands wird der Straßenbelag katastrophal und selbst erfahrene Russlandauto-Slalomfahrer haben angesichts der Anzahl und der Gesamtfläche der der Löcher und Risse in der Straße keine Chance, wirklich allen Gefahren für die eigenen Stoßdämpfer auszuweichen.

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Nach den Gründen befragt, erntet man bei den Einheimischen meist Schulterzucken. Die einen meinen, die Ausbesserung der Straße sei Zankapfel der Zuständigkeit mehrerer Behörden - angesichts der russischen Bürokratie kein allzu unwahrscheinlicher Grund. Andere geben wiederum dem Wasserkopf-Denken der Russischen Regierung schuld, die alles Geld in die Metropolen Moskau und Sankt Petersburg blase und das flache Land hier 1500 Kilometer östlich der Hauptstadt als unwichtigen Hinterhof betrachte. |
Wie dem auch sei, die Doroga Smerti fordert weiter – und vom Westen völlig unbeachtet - ihre Opfer. Weitaus mehr, als jenes Flugzeug, das jüngst von ihrem Beginn in Ufa aufbrach, um über dem Bodensee mit einer amerikanischen Boeing zu kollidieren. Aber so ist es nun einmal. So lange die Toten 3000 Kilometer entfernt liegen und nicht vor der eigenen Haustür, sind sie für westliche Kameraaugen weitaus weniger interessant. Vor allem, wenn sie nur in kleinen Raten sterben und unspektakulär im Straßenverkehr.
Weblinks:
- Der Ural im Wikipedia-Onlinelexikon hier klicken
- Mit dem Rad entlang des Ural und der Kontinentalgrenze (Online-Reisebericht) hier klicken
- Buchtipp: Annemarie Lohfeld - Im Auto durch Russland, Baltikum und Ukraine - hier klicken
(Kurzinfos und Links zu weiteren Orten der Uralregion finden sich HIER)