| Samara - Ort der schönsten Frauen ? |
Samara: Stadt der hübschen Frauen, aber nicht Stadt der Bräute Fotos: links (c) Aktuell RU / rUFO, rechts: Jina Lee-GFDL
(Samara) Selbst in den gediegenen deutschen öffentlich-rechtlichen Medien ist es immer wieder zu hören: Von den vielen schönen Frauen Russlands kommen angeblich die schönsten aus der Wolgametropole Samara. Schöne Frauen gelten hochoffiziell in Stadtportraits als Wahrzeichen der Stadt, gleichberechtigt neben Wolgastrand, Stalin-Bunker und Lada-Autos - oder vielleicht sogar als wichtigstes (je nach Standpunkt) ? InRussland NET hat sich auf die Suche gemacht nach Ursprüngen und Erscheinungsformen dieses Mythos, der nicht nur unter den westlichen Partnervermittlungen (die ihn in klingende Münze umzusetzen versuchen), sondern real in Russland selbst bekannt ist.
Nach Meinung der eigenen Bevölkerung haben natürlich viele Städte in Russland die hübschesten Frauen. Doch woanders bekannt dafür ist keine so wie Samara. Als im Jahre 2000 die Miss Samara auch Miss Russland wurde und international Karriere als Model machte, war es für die Lokalpatrioten klar, dass der alte Ruf der Weiblichkeit aus Samara voll zurecht bestand.
Auch im landesweiten russischen Fernsehen wird der Mythos gepflegt. So vor einigen Jahren mit einer Fernsehwerbung auf dem marktführenden ersten Programm ORT. Zwei Kosmonauten streiten in ihrem Raumschiff, woher wohl die hübschesten Mädels kämen. Auf die Erde schauend meint der eine von ihnen, mit Nikita Michalkow ein landesweit bekannter Schauspieler und Regiesseur: „Und die schönsten Frauen leben in Samara.“ Der Spot wurde so populär, dass wohl Neider(innen ?) aus anderen Städten gleich einen Witz dazu erfanden: „Die schönsten Frauen leben in Samara.“ „Stimmt, aber sie sehen nur vom Weltraum aus so schön aus.“
Bekannt ist Samara ja für sein exzessives Nachtleben und bestimmt haben auch die Erlebnisse dortiger Besucher ihren Teil zum Mythos der Frauen von Samara beigetragen. Doch woher stammt denn generell dieser traditionelle Ruf der Weiblichkeit der Wolgastadt ? Trotz intensivster Recherche ist es uns nicht gelungen, einen literarischen oder volkstümlichen Ursprung für diesen Glauben dingfest zu machen. Deshalb bleibt auch für uns nur der Schluss: Der Ursprung dieses Glaubens kann wohl nur bei den samarischen Frauen selbst liegen - ihrem Äußeren. Wer einmal in der Stadt ist und sich umschaut wird feststellen, dass vieles dafür spricht. Sollte es jedoch erfahrene Volkskundler oder Frauenexperten geben, die uns vom Gegenteil überzeugen können, nur zu.
Übrigens: Bevor nun Horden heiratswilliger mitteleuropäischer Männer an der Wolga einfallen, um sich eine hübsche Zukünftige einzufangen: Als ´Stadt der Bräute´ - also Stadt mit den meisten heiratswilligen Frauen ist in Russland mitnichten Samara bekannt. Diesen Titel trägt dagegen die Stadt Iwanowo 350 km nordöstlich von Moskau. Und hier ist auch die Entstehung des Titels bekannt: In der dortigen Textilindustrie arbeiteten traditionell mehrheitlich Frauen, wodurch diese in der Stadt lange Jahre in der Mehrheit waren. Aktuelle Statistiken liegen InRussland NET allerdings nicht vor.
Weblinks:
- Iwanowo, die Stadt der Bräute beim Russlandjournal hier klicken
- Lenin, Schach und schöne Mädchen - Wolgareise des MDR hier klicken
- Satellitenfoto Samara bei Wikimapia mit Zoomfunktion hier klicken
- Buchtipp: Flusskreuzfahrten auf der Wolga - hier klicken
(Kurzinfos und Links zu weiteren Städten der Wolgaregion finden sich HIER, Fotogallerie Samara HIER, InRussland NET-Sonderseite Samara HIER)
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