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Nachodka - Großhafen kurz vor Japan
(Nachodka)180 Kilometer hinter Wladiwostok liegt eine Stadt, die trotz beachtlicher Größe (etwa 200.000 Einwohner) in Europa nur über einen sehr geringen Bekanntheitsgrad verfügt: Nachodka. Zwei Drittel des russischen Frachtverkehrs im Fernen Osten laufen über diese Hafenstadt, die zwar reich an schöner umgebender Landschaft, nicht jedoch so sehr an historischen Sehenswürdigkeiten ist.

Historische Architektur ist in Nachodka doch jedoch schon aufgrund der sehr kurzen Geschichte unmöglich zu finden. Erst 1859 wurde die Bucht, in der heute Nachodka liegt vom russischen Segelschiff „Amerika“ entdeckt und für einen Hafen ausgewählt. Der Name der Stadt stammt aus diesem Jahr - „Nachodka“ ist nichts anderes als das russische Wort für „Fund“. Doch bis zur Stadtgründung war es auch ab da noch ein langer Weg. Erst 1936 gab es einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Stadt, die damals noch ein Fischerdorf war, den Anschluss an die Transsibirische Eisenbahn via Wladiwostok. Erst 1950 erhielt Nachodka offiziell die Stadtrechte.

Einen rasanten Aufschwung nahm die Stadt dann vor allem in Folge eines politischen Beschlusses der Sowjetregierung, Wladiwostok zum Hauptquartier ihrer Pazifikflotte zu machen. Die Stadt wurde für Ausländer gesperrt und Nachodka entwickelte sich zum Ausweichzentrum für den Frachtverkehr. Auch heute noch spielt der Hafen eine zentrale Rolle in der Wirtschaft, er ist der russische Hauptumschlagplatz zwischen dem Hochseeverkehr auf dem Japanischen Meer und dem Russischen Eisenbahnnetz, das via Transib ins etwa 13.000 Kilometer (oder auch sieben Zeitzonen) entfernte Moskau und darüber hinaus führt - dennoch der kürzeste Weg vom Fernen Osten nach Europa.

Den Status als Tor nach Asien bemerkt man in Nachodka an jeder Ecke. Japanische Gebrauchtwagen beherrschen den Autoverkehr und trotz Rechtsverkehr ist die Mehrheit der örtlichen Autos nicht dafür gebaut worden. Die einzigen Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadt stammen ebenfalls aus Japan - der „Stein der Freundschaft“, ein Monolith aus der japanischen Schwesterstadt Maidzuru und ein Steingarten als Kopie einer gleichartigen Anlage im ebenfalls japanischen Kyoto. In die nächste größere Stadt Japans, Hakodade, ist es von Nachodka auch gerade einmal 420 Kilometer weit, ein Katzensprung für Entfernungen innerhalb des Fernen Osten Russlands.

Seit dem Ende der Sowjetunion hat Nachodka wie viele Städte weit in Russlands Osten mit einem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen, dem von der russischen Regierung mit der Gründung einer Sonderwirtschaftszone, vergleichbar zu Kaliningrad, begegnet wurde. Ob diese Maßnahme der Stadt eine rosige Zukunft bescheren wird, bleibt abzuwarten.

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