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Moskaus Metro
Kronleuchter, Marmor und neun Millionen Passagiere

Fotos: 1 Geisterbanker-GFDL, 2 (c) Internetzeitung Russland Aktuell, 3 Sansculotte-CC

(Moskau) Die Moskauer Metro, deren erste Linie 1935 eröffnet wurde, ist viel mehr als das wichtigste Nahverkehrsmittel der Hauptstadt, das täglich etwa 9 Millionen Passagiere befördert - jeden Moskauer also im Schnitt ein Mal und mehr Menschen, als jede andere Untergrundbahn der Welt.

Palastartige Bahnhöfe, weitläufige Säle mit verzierten Kronleuchtern, Mosaik-geschmückte, riesige Hallen machen die Metro zum steingewordenen Triumph sozialistischer Utopie. Paläste für das Volk, die beste U-Bahn der Welt für die Hauptstadt des Arbeiter-und-Bauern-Reichs.

70.000 Quadratmeter verschiedenfarbigen Marmors, edle Metalle, Bronze, Mosaike, Gold, Glasschmuck und vieles mehr verschlang allein die erste Linie, die von der Station Park Kultury bis nach Sokolniki führte.

Das System der Moskauer Metro ist relativ einfach aufgebaut. Jeder Linie wird eine Farbe zugeordnet und es besteht eigentlich keine Gefahr, sich in den vielen Gängen zu verlieren. Rund ums Zentrum fährt die Kreis-Linie, die “Koltsewaja Linia” (braune Farbe), von der aus ein Umstieg auf jede andere Linie möglich ist. Die Moskauer Metro besteht aus elf Linien mit einer Länge von insgesamt 262 km und 161 Stationen. Dafür hat die Moskauer Metro 9287 Waggons zur Verfügung.

Filmbericht über den Bombenanschlag auf die Metro Moskau am 29.03.2010 (russland.TV

über endlos lang erscheinende Rolltreppen, manche führen 75 Meter in die Tiefe, gelangt man zu den unterirdischen Museen. Die Devise lautet dabei: “Rechts stehen, links gehen”. Wer sich nicht an die Regeln hält, schubst oder stößt, wird am Ende der Rolltreppe von den beleibten Damen, die man des öfteren in ihren Glashäuschen bei einem Nickerchen ertappt, forsch zurecht gewiesen.

Die Rolltreppen sind für europäische Verhältnisse sehr schnell. Leider ist beim Bau der späteren Stationen der funktionale Anspruch an eine Untergrundbahn in den Vordergrund gerückt.

Die Stationen sind bis 1 Uhr nachts geöffnet und besonders zu später Stunde fährt man umgeben von einer angeheiterten Gesellschaft. Die Preise für den Transport sind im Vergleich zu Europa äußerst billig.

Dreizehn Rubel (36 Cent) kostet ein Einzelfahrschein, bei Mehrfachkarten gibt es Rabatt. Wer länger als 2 Wochen in Moskau ist, der sollte sich eine Monatskarte zulegen. Den magnetischen Fahrstreifen erhält man an Kasse jeder beliebigen Station, die ebenfalls bis 1 Uhr nachts geöffnet haben. Der Fahrschein gilt eine beliebig lange Metro-Fahrt, während der der Passagier auch so oft umsteigen kann wie er will.

(dieser Artikel wird hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Internetzeitung Russland Aktuell; (c) Russland Aktuell 2007, keine Vervielfältigung oder Verbreitung ohne dortige Genehmigung)

Weblinks:

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