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Gesunderhaltung mit Wodka

(Moskau) Hier zum Überzeugen der letzten Zweifler nach unserem Artikel „Gesund und schön durch Wodka" noch ultimative weitere Wodka-Weisheiten. Nachdem wir schon wissen, wie man mit dem Wässerchen Krankheiten heilt und durch Wodka-Kosmetik schöner wird, hier nun frisch aus dem russischen Internet: Gründe, warum Wodka schon vor der Erkrankung gesund erhält und wie er noch gegen weitere Wehwehchen hilft.
Foto: (c) ISF Distribution

Wenn man nur lange genug auf russischen Webseiten unterschiedlichster Seriosität sucht, wundert man sich bald, warum dieses hochwirksame Wässerchen in Deutschland noch nicht rezeptpflichtig ist. Nicht nur die Verdauung wird durch Wodka gefördert (den Schnaps nach dem Essen kennt man ja auch hierzulande).

Auch Furunkel und andere Hautunreinheiten lassen sich mit der (hier mal äußerlich angewendeten) Spirituose bekämpfen. Einreiben mit Wodka hilft daneben angeblich bei Verbrennungen und sollen Brandblasen verhindern. Innerlich angewendet verhindert das Wässerchen Blutgerinsel und fördert die Bildung von Magensaft. Die Sorten „Pertsowka“ (Pfefferaroma) und „Zubrowka“ (Bisongrasaroma) sollen daneben blutdrucksenkend wirken.

Doch wie bei der Heilung wollen wir uns bei der Gesunderhaltung nicht mit Kleinigkeiten aufhalten. Denn unser Wundermittel stählt den Körper auch gegen wesentlich stärkere Schädigungen. So schwören angeblich die Besatzungen der russischen Atom-U-Bootflotte auf Wodka. Nicht gegen den Trübsinn unter Wasser oder gar zum Zeitvertreib: Wodka hemmt nämlich nach dortigem Glauben die Aufnahme von Radioaktivität in den Körper. Die genaue medizinische Wirkungsweise haben wir dabei leider nicht verstanden (irgendwie schützen die Alkoholmoleküle vor den Strahlen), aber wie sollen Ausländer auch begreifen, was Experten der Unterseereise in jahrelangen Praktika erst herausfinden mussten. Bei Atomkraftgegnern mit Angst vor dem nächsten Super-Gau sollte also die Flasche Wodka im Schrank nicht fehlen. Wenn sie dann trotz der Erkenntnisse der U-Boot-Experten nicht wirkt, geht man immerhin nicht bei vollem Bewusstsein zugrunde.

Dass gerade Wodka so gesund erhält, erklärt man in Russland´s Online-Welt auch mit der Reinheit des dort enthaltenen Alkohols. Dieser ist nun mal gut für den Körper und schädlich die (nur in anderen, weniger gesunden Getränken wie Whiskey enthaltenen) Beistoffe. So haben (nach russischen Quellen) japanische Wissenschaftler herausgefunden, dass Wodka trinkende Männer intelligenter sind als andere. Wegen der Verhinderung von Ablagerungen in den Arterien.

Lächerlich machen sollten wir uns über solche Aussagen jedoch nicht. Klingt es nicht ebenso unglaubwürdig, dass sich ein Gläschen Wodka pro Tag positiv gegen Diabetes auswirkt? Doch das wiederum ist keine Aussage aus dem russischen Internet, sondern ein 2005er Forschungsergebnis des renommierten Istituto die Ingegneria Biomedica del CNR di Padova, einer anerkannten italienischen Einrichtung. Als ideale Dosis bei bereits Erkrankten wurden 40 Gramm pro Tag (etwa ein Schnapsgläschen) ermittelt – was dann natürlich wieder für russische Trinkrunden eher etwas lachhaft wirkt.

Doch das Wässerchen ist kein Allheilmittel, auch nicht in den Augen russischer Webseitenautoren. Gewarnt wird selbst dort vor der Behandlung von Schlaflosigkeit, Schnarchen oder Herz-Kreislauferkrankungen mit Wodka. Auch sollte man ihn nach den wohl nicht immer ganz wissenschaftlich recherchierten Homepages nicht vor Operationen trinken, da sonst die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen erhöht wirkt. Ganz weit weg von der Wahrheit gehen auch die abenteuerlichsten Quellen in Russland nicht. Denn zumindest im Kleingedruckten steht immer: Alle positiven Wirkungen gelten nur bei mäßigem Genuss – bei Trunksucht überwiegen bei weitem die gesundheitsschädlichen Wirkungen.

(Mehr zu russischem Wodka im gleichnamigen Buch, weiteres dazu hier)

Weblinks:

(Kurzinfos und Links zu weiteren Städten der Ostseeregion finden sich HIER, Sonderseite Sankt Petersburg HIER. Kurzinfos und Links zu weiteren Städten Zentralrusslands finden sich HIER, Sonderseite Moskau HIER.)

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