Fünf Hektar Russland in der Schweiz Ein Denkmal als Russische Exklave |
(Suworow-Denkmal) Wer einmal russischen Boden betreten will, jedoch Reisen über 500 km scheut, braucht nicht zu verzagen. Mitten in der Schweiz gibt es 563 Quadratmeter russisches Staatsgebiet: Das Suworow-Denkmal unweit der Teufelsbrücke in der Schöllernschlucht im Kanton Uri.

Suworow-Denkmal (Foto: Little Joe - GFDL)
Anno 1799 war die Schweiz in einer tiefen Krise. Die alte Eidgenossenschaft war zusammengebrochen und französische Truppen hatten das Land besetzt und eine zentralistische Helvetische Republik errichtet. Vielen Schweizern erschien in dieser Situation der russische General Suworow wie ein Retter, der auf Schweizer Gebiet mit seinen Truppen gegen die Franzosen unter Napoleon vorrückte und diese am 25. September des Jahres diese an der Teufelsbrücke zur Schlacht stellte.
Diese freundschaftlichen Gefühle führten hundert Jahre später zu der Genehmigung dass die Russen für eben jenen General und seine gefallenen Soldaten am Ort der Schlacht ein Denkmal erbauen durften. Ein moralisches Problem gab es dabei jedoch für die Schweizer: Die Neutralitätsgesetze der Eidgenossenschaft. Doch man fand hierfür eine Lösung: Der Grund und Boden, auf dem das Denkmal stand, wurde einfach in russisches Staatsgebiet überstellt.
Das Denkmal an sich ist eher schlicht und besteht aus einem in den Fels gemeiselten Kreuz mit Einfassung, flankiert von der russischen und schweizerischen Nationalflagge. Der Status des Denkmals als russischen Hoheitsgebiet ist übrigens nicht unumstritten, manche Staatsrechtler sehen es auch als exterritoriales Gebiet innerhalb der Schweiz. Nach der vorherrschenden Mehrheitsmeinung ist es jedoch die einzige russische Exklave neben der Kaliningrad-Region, dem ehemaligen nördlichen Ostpreußen zwischen Litauen und Polen – und die einzige Möglichkeit für einen Tagestripp nach Russland für Bewohner des deutschsprachigen Raums.
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