In Russland - de
Das unabhängige deutschsprachige Russlandportal mit Reportagen, Regioneninfos, Filmclips, Fotogallerien und mehr
Reisereportagen - hier klicken Regioneninfos - hier klicken Russland-Filmclips online - hier klicken Russland-Fotogallerien online - hier klicken Städte und Metropolen in Russland - hier klicken Events russischer Künstler in Mitteleuropa - hier klicken Russlandbücher - hier klicken inRussland-Forum - hier klicken Links zu Russland - hier klicken Impressum dieser Seite - hier klicken
Appartements, Zimmer, Visa, Übersetzungen, Russland im TV - hier klicken

Hauptseite

Regioneninfos
Ostsee
Wolga& Zentral
Kaukasus
Uralregion
Sibirien
Polargebiet
Fernost

Sankt Petersburg

Stadtspecials
Moskau
Petersburg
Kaliningrad
Samara

AdVita - Schenken Sie einem Kind das Leben!

Flugbuchung.com - Flüge buchen mit Preisgarantie!

Einheitliche Vielfalt
Die Programmlandschaft im Fernsehen Russlands

hier klicken zum vergrößern
Fotos 2x Michael König-GFDL, Stan Shebs-CC

Wer sich im Land aufhält und etwas von der Sprache versteht greift natürlich auch in Russland irgendwann an einem langweiligen Hotelabend zur Fernbedienung und zappt sich durch die je nach Gegend mehr oder weniger zahlreichen TV-Kanäle. Doch die in den letzten Jahren gestiegene Vielfalt an Programmangeboten täuscht, denn hinter den Kulissen sind die Meinungsmacher und Drahtzieher der größeren Kanäle nur sehr wenige. Denn fast alle Fäden im TV Russlands laufen auf verschlungenen Wegen zusammen im Machtapparat rund um die Regierung.

TV-Kanäle gibt es in Russland mittlerweile fast so zahlreich, wie wir es von Mitteleuropa gewöhnt sind. Auch deren Struktur hat sich an westliche Verhältnisse angepasst. Hier einige wenige Vollprogramme, die Marktführer mit einer beherrschenden Stellung a la ARD, RTL oder Pro7. Dort eine Reihe von Tochter-Spartenprogrammen wie Sport-, Musik- und Newssendern und schließlich eine ganze Garde von weitgehend bedeutungslosen Klein- und Sonderkanälen.

60 % des russischen Fernsehmarkts teilen sich drei große Vollprogramme, Perwyi Kanal (das „Erste Programm“, vormals ORT), der Sender „Rossija“ (auch RTR) und NTW. Auf dem ersten Blick eine Meinungsvielfalt unter den drei großen, denn Perwyi Kanal ist halbstaatlich, Rossija staatlich und NTW in privater Hand als Teil des Firmenimperiums Gasprom. Doch ganz so einfach ist das mit der Medienkontrolle im Russland des neuen Jahrtausends nicht. Denn schön hat sich der Kreml über eine staatliche Medienholding 51 % am Besitz des Perwyi Kanals (auf Neurussisch auch „Channel One Russia“ genannt) und damit die Kontrolle über diesen gesichert, das „Zweite“ Rossija besitzt er über dieselbe Holding zu 100 % und der Besitzer des dritten Kanals NTW Gasprom gehört wieder zu 50,002 % dem vom Kreml gelenkten Staat.

Die meisten wichtigen Spartensender - Sport (das Gegenstück zu DSF und Eurosport), Kultura (so etwas wie 3sat) und Westi (Nachrichten etwa wie n-tv und n24) sind praktischerweise gleich Töchter des 100%igen-Staatssenders Rossija, der weitere Vollkanal TW Zentr gehört der Moskauer Stadtregierung, die natürlich von der Kremlpartei „Einheitliches Russland“ gelenkt wird. Also alles in allem eine mehr als Zweidrittelmehrheit für die Sender, die direkt unter der Fuchtel der Regierung stehen. Das schafft auch die RTL Group in Deutschland nicht - die übrigens in Russland 30 % eines kleineren Vollprogramms namens Ren TV besitzt.

Dass dabei in den Nachrichten eine modernisierte Version von Kreml-Propaganda herauskommt, wundert da nicht. 75 - 92 % der Zeit in den Nachrichtensendungen gehen nach einer Studie der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte für Berichte über die Führer des Kreml oder ihrer Partei „Einheitliches Russland“ drauf, natürlich positiv zustimmend bis neutral gehalten. Gute Ergebnisse bei den nächsten Wahlen sind bei so viel gutmütigem Bildschirmgeflimmer vorprogrammiert. Und das ganz modern ohne so eine furchtbare staatliche Zensurbehörde - das waren die Methoden von gestern. Moderne Zensur funktioniert in Russland gar nicht so viel anders als im Westen, im Kopf der Journalisten mit Angst um ihren Job. Nur noch etwas effektiver, als in den (meisten) westlichen Staaten.

Da bleibt dem geneigten Fernsehzuschauen doch eher der Blick ins Unterhaltungsprogramm. Hier kommen vor allem Freunde von mehrstündigen Musikshows mit viel Russisch-Pop voll auf ihre Kosten, gerade auf den beiden großen Staatssendern. Und wer Klassiker wie „Deutschland sucht des Superstar“, „Wer wird Millionär“ und „Stars on Ice“ auf seiner Russlandreise nicht missen will, mit genug Zapping findet sich alles wieder bis nach Sibirien. Hier scheuen auch die stolzen Russen nicht vor dem blinden Kopieren primitiver US-Formate zurück. Schön ist da doch, dass es dann gar nicht so schlimm ist, wenn das eigene Russisch mal nicht so langt, denn das Grundprinzip ist bekannt und sogar die Musik klingt oft verdammt ähnlich. Doch Vorsicht, vor einem schunkelnden, gutgelaunten Putin ist man nirgendwo wirklich sicher. Höchstens an den nationalen Gedenktagen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg, wo auch heute noch böse Deutsche in SS-Uniformen das Programm auf allen Kanälen im Kampf gegen die heldenhafte Rote Armee im Klammergriff halten.

Die Anzahl der empfangbaren Sender ist in Russland je nach Region sehr unterschiedlich. Von mehreren Dutzend im Kabelfernsehen der großen Regionen bis hin zu 2 ½ Ausgaben von leichtem Schneegestöber in der mittelasiatischen Provinz ist alles möglich. Wobei stets 2 der 2 ½ Schneegestöbersender Perwyi und Rossija sind, die als einzige Kanäle in Russland von mehr als 98 % der Bevölkerung gesehen werden können.

Wer es nach so viel Info über russisches Fernsehen gar nicht mehr erwarten kann, selbst einen Blick in das große östliche Programm zu werfen, braucht übrigens gar nicht bis zur nächsten Russlandreise zu warten. Denn im digitalen Kabelfernsehen kann man sich auch in Deutschland ein Päckchen vom Russischen Fernsehen für die eigene Flimmerkiste daheim sichern. Oben erwähnte Kremlsender Perwyi Kanal und RTR sind natürlich inklusive.

Weblinks zu russischen TV-Sendern:

Weitere Reisereportagen
HIER klicken

Andreas Obieglo_Caro Weißenberg

Reportagen
Startseite
Kurzindex
Ortsregister
Multimedia

Service
Forum
Gästebuch
Chat
Russische Events
Reiseservice
Links
Russlandbücher
Russlandkarte
Impressum

Moskau

Partnerlinks
Reiseinfos
Buchreihe
Wodka
Märchen
Russlandsuche
Orenburg
Geschichten