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Armenischer Cognac

(Jerewan) In Deutschland ist Weinbrand aus Armenien nur Kennern bekannt. In Russland und anderen GUS-Staaten ist er jedermann ein Begriff - unter der Bezeichnung Cognac. Doch so darf man ihn innerhalb der Europäischen Union leider nicht nennen.

Denn Cognac haben sich die Franzosen für Branntweine aus der betreffenden Region schützen lassen. Das stört in Russland niemanden und Cognac aus dem Kaukasusland wird im gehobenen Spirituosenhandel sehr geschätzt. Er geht dort noch immer häufiger über den Ladentisch als irgend ein anderer Brandy.

Schon über 2500 Jahre wird in Armenien Wein angebaut und seit über 150 Jahren hieraus ein Brandy destilliert. Seit 1887 produziert die traditionsreiche Yerewan Brandy Company den Weinbrand im großen Stil, die mit der Marke Ararat den eigenen Markt bis heute weitgehend beherrscht. Der Erfolg stellte sich schon zur Zarenzeit ein. 1903 betrug der Marktanteil der Armenier auf dem russischen Cognacmarkt bereits 50 %.

Auch die zeitweise Verstaatlichung des Marktführers nach der Machtübernahme der Bolschewiki hat daran nichts geändert. Gerade zur Zeit der Sowjetunion war hochwertiger Cognac aus Armenien ein Prestigedrink für Funktionäre der Kommunisten und Diplomaten. Stalin selbst soll Winston Churchill in Jalta auf den Geschmack gebracht haben, so dass dieser Zeit seines Lebens ein Anhänger des armenischen Brandes blieb. Sogar britische Spione soll er mit der Nachschubbeschaffung beauftragt haben. Einmal eine ganz neue Aufgabe für einen Wodka-Martini-schlürfenden James Bond 007.

Kenner schätzen an der Spirituose vor allem das volle Bouquet und den intensiven, reichen und samtigen Geschmack, der noch lange nach dem Abgang anhält. So war sie nach dem Ende der Sowjetunion für die internationalen Getränkeriesen der Traditionshersteller des Ararat eine fette Beute. Das Rennen gemacht haben 1998 die Franzosen von Pernod Ricard, die seitdem weiter auf Qualität setzen. Und auf einen gestiegenen Sortenreichtung. Vom normalen drei-Sterne-Cognac (drei Jahre Lagerung) über den Fünfsterner ist bis zum edlen Luxusbrand Nairi (20 Jahre Lagerung) sind sieben Weinbrände im Angebot. Doch die Konkurrenz ist gewachsen, da im neuen Armenien auf Initiative vieler Winzer kleinere Konkurrenten entstanden sind, die ebenfalls hochwertigen Branntweine herstellen. Dennoch hat der Ararat-Riese im Land heute noch einen Marktanteil von 90 %.

Besonders wichtig ist natürlich beim Kaukasus-Cognac wie bei allen anderen Weinbränden die Lagerung. Diese findet in Armenien traditionell in Eichenfässern statt. Die Bäume dazu wachsen ebenfalls im Land, am Fuße des Gebirges. Die Grundlage des Destillats in den Fässern ist gesetzlich vorgeschrieben. Nur armenische Trauben dürfen per Gesetz als Rohstoff dienen. Das sind die Sorten: Voskehat, Garan Dmak, Rkatsiteli, Mskhali und Kangun. Zum Geschmackserlebnis trägt weiterhin das trockene und warme Klima des Anbaugebiets und das reine Quellwasser aus dem Gebirge bei.

International erhältlich ist auch weiterhin fast nur der Marktführer Ararat – dank des Vertriebssystems von Pernot Ricard. In Russland bekommt man den Ararat eigentlich bis in jede Kleinstadt bei allen Händlern, die etwas mehr als nur ein paar Wodkas haben. Im Westen muss man eher auf Spirituosen-Fachhändler zurückgreifen oder auf die wenigen Armenien-Spezialisten.

(Infos zu russischem Wodka im gleichnamigen Buch, weiteres dazu hier)

Weblinks:

  • Wodka.de.tt - alles über russischen Wodka hier klicken
  • Weinbrand aus Armenien, Herstellerseite hier klicken
  • Buchtipp: Russischer Wodka - Wodka in Russland, Wodka aus Russland - hier klicken

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